Und es sei Gott der Herr Zeuge gegen euch

Der Prophet Micha ruft das Volk zur Umkehr auf
(Bild: Quelle)

„Höret, ihr Völker allesamt; merke auf, o Erde und alles, was sie erfüllt! Und es sei Gott der HErr Zeuge gegen euch*), der Allherr von seinem heiligen Tempel aus!” (Micha 1:2). 

Und es sei Gott der Herr Zeuge gegen euch. Vom Herrn bekam Micha Kraft, dieses anklagende Wort des Herrn an sein Volk zu richten (Micha 3:8). Micha (»Wer ist wie Er?«, abgekürzt von Michajah = »Wer ist wie Jahwe?«) wird nicht, wie bei anderen Propheten üblich, durch den Namen seines Vaters näher bezeichnet, sondern durch den Ort seiner Abstammung, Moreschet-Gat, im westjudäischen Hügelland. Dies lässt erkennen, dass er auch über seinen Geburtsort hinaus bekannt war. Sein Tätigkeitsbereich war hauptsächlich Jerusalem um die 750 bis 686 v.Chr. Er war ein jüngerer Zeitgenosse seiner Mitpropheten Jesaja im Südreich, sowie Hosea und Amos im Nordreich (Jeremia 26,18; Hiskia war zu dieser Zeit König des Südreichs Juda). Seine Botschaft stimmt in vielem überein mit der des Propheten Jesaja; somit richtete Gott durch diese beiden ein zweifaches Zeugnis an sein untreues Volk (Matthäus 18:16). Man kann die Botschaft Michas in drei Reden unterteilen. Sie beginnen jeweils mit dem Aufruf »Höret«. In Kap. 1-2 kündigt Micha das Gericht über Samaria und Jerusalem an, die gottlosen Hauptstädte des Nord- und Südreiches. Er tadelt die Gesetzlosen des Volkes, sowie deren Tun, besonders ihren Widerstand gegen die Verkündigung der Propheten. Am Ende steht ein Blick auf den »Durchbrecher«, den Messias, der einmal Rettung bringen wird (Micha 2:12-13). In Kap. 3-5 tadelt Micha zunächst scharf die gottlosen Fürsten und falschen Propheten, um dann in Kap. 4-5 einen Ausblick auf die Errettung Israels am Ende der Tage durch den Messias zu geben. In Micha 5:1 finden wir die berühmte Weissagung über den Geburtsort des Messias, Bethlehem (Matthäus 2:6). In der dritten Rede (Kap. 6-7) mahnt der Herr sein Volk noch einmal und sucht ihr Gewissen zu erreichen, um sie zur Umkehr zu bringen. Die Botschaft Michas klingt aus in einer Antwort des bußfertigen Überrestes von Israel und in der Verheißung der Wiederherstellung Israels durch seinen barmherzigen und vergebungsbereiten Gott (Micha 7:7-20). 

Ich lerne, ich benötige viel Anleitung durch den Heiligen Geist (Lehre und Bündnisse 39:6), denn der Text ist für mich, insbesondere durch die häufig drastischen Aussagen (beispielhaft Micha 7:10), schwer verständlich. Was Teile des Volkes in Jerusalem zu erleiden haben, wird mit Bildern aus dem Tätigkeitsbereich des Schlächters verglichen. Unrechten Herrschern wird nach Schilderung des Propheten vorgeworfen wie sonst nur dem Vieh, stattdessen diesen `die Haut vom Leibe abzuziehen´ und `die Knochen zu zerschlagen´ (Micha 3:3). Durch Zitate wird die Lebendigkeit der Bilder noch gesteigert (beispielhaft Micha 2:4). Im Buch Micha gibt es ein dauerndes hin und her zwischen Gericht (Verurteilung der Sünde, Korruption und Unrecht), und Hoffnung (Gottes Bundesliebe ist größer als das Böse im Menschen).  

Auf welche Verständnisprobleme stößt du, wenn du Micha durcharbeitest? 

findechristus.org

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